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Die Bibliothek des Stiftes Lilienfeld IV |
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Einführung
| Der
Beginn
| Die
mittelalterliche Schreibstube
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Die heutige Bibliothek Heute
befindet sich die Bibliothek im Südtrakt des Stiftsgebäudes,
der unter Abt Ignatius Krafft (1622-1638) errichtet wurde. Sie umfasst
vier Räume. Abt Sigismund Braun hat den 136 Quadratmeter großen
Hauptsaal um 1700 zum Schutz vor Feuer einwölben lassen. Der Saal
mit breitem Tonnengewölbe und Stichkappen ist bis ins letzte Detail
liebevoll künstlerisch ausgestattet, dabei waren Fratres aus Lilienfeld
maßgeblich beteiligt. |
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Intarsierte
Bücherschränke, mit Schnitzwerk verzierte Eingangstüren,
sowie ein Arbeitstisch mit sechs Studierplätzen wurden von dem Laienbruder
Laurenz Schöfferle zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt.
Der Studierende genießt den Schutz der Maria immaculata, die sich
über dem Arbeitstisch als goldstrahlende Statue erhebt. Sie ist auch
"Sedes sapientiae" (Sitz der Weisheit), der noch ungeborene Jesus
wird durch einen Strahlenkranz in der Mitte des Leibes angezeigt. Ähnliches finden wir in den Stuckornamenten der Decke, die Ranken mit üppigem Traubenbesatz aufweisen. Hier kann die Weintraube als Christussymbol verstanden werden, Christus der Herr über Wissenschaft und Weisheit. Insgesamt 17 in freundlicher Farbgebung gehaltene Deckenfresken stammen von Johann Jakob Pianck und dem Laienbruder Frater Ludwig Penckel. Ausnahmslos sind darin Heilige und Gelehrte des Zisterzienserordens dargestellt, was für Bibliotheken eine Besonderheit darstellt. |
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Ein Beispiel aus den 17 Deckenfresken: Otto von
Freising (1112-1158), Sohn Markgraf Leopolds III., des Heiligen: |
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| Die kurzzeitige
Aufhebung des Stiftes unter Kaiser Josef II. im März 1789 war auch
für die Bibliothek ein einschneidendes Ereignis. Fast der gesamte Bibliotheksbestand
wurde verschleppt, ein Großteil davon der Universitätsbibliothek
Wien übergeben. Darunter waren viele Bücher mit Kupferstichen,
die vorwiegend von kunstfertigen Patres des Stiftes angefertigt worden waren. Über den Bibliotheksbestand vor der Aufhebung berichtet ein Inventar von 1786, welches 15000 Bände aufweist und sich heute im Niederösterreichischen Landesarchiv befindet. Auf das Jahr 1754 geht der Katalog des Lilienfelder Bibliothekars P. Chrysostomus Hanthaler zurück. Nach der Wiedererrichtung des Stiftes 1790 musste die Bibliothek von Grund auf neu bestückt werden. Einige Bücher kamen aus dem aufgelassenen Paulanerkloster in Wien, weit bedeutender waren 2000 Bände, darunter 47 Handschriften, die aus dem aufgelassenen Benediktinerstift Kleinmariazell per Hofdekret Lilienfeld zugesprochen wurden. In den nächsten Jahren wurde der Bestand unter den Äbten Ladislaus Pyrker (1811-1818) und Ambros Becziczka (1825-1861) durch wertvolle Bücher aufgestockt. Einige Bände aus der Zeit vor 1789 konnten auch später noch zurückgekauft werden. Der derzeitige Bestand der Bibliothek zählt trotz wiederholter Verluste ungefähr 40000 Bände, die Handschriftensammlung umfasst 229, die Sammlung der Inkunabeln 120 Bände. |