5.1.1 I Identifikator

AT-STIALI

5.1.2 Autorisierte Namensform

Stiftsarchiv Lilienfeld

5.1.3 Parallele Namensformen

Archiv, Bibliothek und Sammlungen Stift Lilienfeld

5.1.4 Andere Namensformen

StiALi, StiAL

5.1.5 Art der Institution mit Archivbeständen

Stiftsarchiv

5.2.1 Standort und Adresse

Klosterrotte 1, 3180 Lilienfeld, NÖ, Österreich www.stift-lilienfeld.at

5.2.2 Telefon, Fax und E-Mail

Tel: +43 2762 52420-38, archiv@stift-lilienfeld.at

5.2.3 Kontaktpersonen

MMag. Dr. Irene Rabl, Stiftsarchivarin

5.3.1 Geschichte der Institution mit Archivbeständen

Die erste urkundliche Erwähnung einer Aufbewahrung von Urkunden im Stift Lilienfeld stammt aus dem Jahr 1299. Belegt ist auch ein mittelalterliches Skriptorium. Betreut wurden die Bestände anfänglich von Lilienfelder Mönchen, die auch historiografische Arbeit leisteten.

Das älteste erhaltene Bibliotheksverzeichnis (Fragment) ist aus dem 13. Jahrhundert, das älteste bekannte Archivinventar stammt von P. Chrysostomus Hanthaler (1747). Eine Zäsur in der Archivgeschichte des Stiftes stellt die josefinische Aufhebung von 1789 dar. Dabei gingen einige Bestände, die auch nach der Wiederherstellung 1790 nicht mehr retourniert wurden, verloren. Einiges befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek. Dafür kamen Bestände aus den aufgehobenen Klöstern Klein-Mariazell und das der Paulaner in Wien in den Besitz von Lilienfeld. Durch einen großflächigen Stiftsbrand 1810 kam es zu weiteren Verlusten von Büchern und Archivbeständen.

Durch die Auflösung der Grundherrschaft 1848 änderten sich die Verwaltungsstrukturen und somit auch das zu übernehmende Schriftgut. Während des ersten Weltkrieges wurde das Kloster als Lazarett genutzt, weshalb sich Schäden und somit auch Verluste von Beständen in Grenzen hielten. Am Ende des zweiten Weltkrieges stand der Befehl einer Sprengung im Raum, allerdings wurde dieser nicht ausgeführt. Nach der NS-Zeit wurde das Stift durch russische Soldaten besetzt, die es vor weitreichenden Plünderungen schützen konnten.

Heute unterstehen dem Kloster 19 Pfarren.

5.3.2 Geografischer und kultureller Kontext

Als Stiftsarchiv des Zisterzienserstifts Lilienfeld ist das Archiv zuständig für die Verwahrung wichtiger klösterlicher Quellen seit dem 13.

Jahrhundert und die Übernahme von Schriftgut der Verwaltung. Über diesen langen Zeitraum veränderten sich teilweise die Besitzungen. Auch die Auflösung der Grundherrschaft veränderte den geografischen und kulturellen Kontext.

Im Rahmen der im Kloster stattfindenden NÖ. Landesausstellung 1976 zum Thema „1000 Jahre Babenberger in Österreich“ wurden zahlreiche Lilienfelder Archivalien ausgestellt und dadurch einem größeren Publikum bekannt. Heute gilt das Stift als religiöses und kulturelles Zentrum im Traisental. Es ist weiterhin aktiv in Liturgie und beherbergt 21 Mönche. Eine wichtige Rolle spielen neben der Gästebewirtung, die Forst- und Bauwirtschaft, die Jagd und Fischerei sowie deren Verwaltung, dabei nimmt das Stift eine wichtige Position als Arbeitgeber ein.

5.3.3 Mandate/ Rechtsgrundlagen der Kompetenzen

Das Stiftsarchiv Lilienfeld richtet sich zur gesetzlichen Sicherung und Nutzung nach den Richtlinien der Ordensarchive von 2005 und ist damit als Privatarchiv zu betrachten. Gemäß §1 der Richtlinien zur Sicherung


und Nutzung der Ordensarchive sollen Stiftsarchive das Wirken der Klöster nachvollziehbar machen, deren Rechtssicherheit wahren sowie eine historische Forschung und die sichere Verwahrung des Archivguts ermöglichen. Nach § 3 sind archivwürdige Unterlagen jene, die für die unter § 1 genannten Funktionen eines Ordensarchivs von Bedeutung und darum von bleibendem Wert sind.

5.3.4 Verwaltungsstruktur

Interne Struktur: Ein-Frau-Archiv, das der Organisation des Stiftes untersteht.

5.3.5 Records Management / Schriftgutverwaltung und Akzessionspolitik

Als Archivträger übernimmt das Stift Lilienfeld sämtliche Akten der Verwaltung, an denen öffentliches, historisches oder wissenschaftliches Interesse besteht, und auf Wunsch auch Archive von inkorporierten Pfarren. Aus Platzgründen befinden sich allerdings einige der betreffenden Pfarrarchive im Diözesanarchiv St. Pölten. Die Archivwürdigkeit der Records wird durch die Richtlinien zur Sicherung und Nutzung der Ordensarchive bestimmt.

5.3.6 Gebäude

Das Archiv befindet sich im ersten Stock über dem Kreuzgang. Dieser Bereich wurde erst in der Barockzeit errichtet. Es ist über die Prälatur- Stiege oder einen Lift im Eingangsbereich zum Cellarium zugänglich. Der Weg zum Archiv-Raum führt durch Depot und Benutzerraum/Büro der Stiftsarchivarin.

5.3.7 Archivbestände und Sammlungen

Zu den Archivbeständen zählen Urkunden aus dem 13.–18. Jahrhundert, zum Großteil in Originalform erhalten; aus dem 13., 15. und 17. Jahrhundert auch in Form von Kopialbüchern, die allerdings heute nicht mehr alle im Stiftsarchiv verwahrt werden. Darin finden sich auch spätere Einträge, unter anderem eine Fälschung des Lilienfelder Historiker P. Chrysostomus Hanthaler.

Die mittelalterlichen Handschriften (eigentlich Bibliotheksbestand) reichen vom 13. – 15. Jahrhundert, darunter finden sich hauptsächlich Bibeltexte und Gebetsbücher. Zusätzlich verwahrt das Archiv historiografische Handschriften aus dem 18. Jahrhundert. Die Inkunabelsammlung (eigentlich Bibliotheksbestand) besteht aus 79 Drucken vom 15./16. Jahrhundert, darunter finden sich Predigtsammlungen, theologische Summen und juristische Literatur etc. aus Augsburg, Wien, Mähren/Böhmen, Passau, Lilienfeld. Aufgrund der Klosteraufhebung und der Wiederherstellung Ende des 18.

Jahrhunderts gehören dazu auch Bestände der aufgehobenen Klöster Klein-Mariazell und der Paulaner in Wien. Neben Karten-, Foto- und Plansammlungen sowie historischen Ansichten des Stiftes gehören Akten der jeweiligen Stiftsabteilung und ihrer Verwaltung sowie Nachlässe der Lilienfelder Äbte und Mönche ebenso zu den Beständen des Archivs.

  • Urkunden

  • Kopialbücher

  • Handschriften

  • Verwaltungsakten

  • Gerichtsprotokolle

  • Karten

  • Fotos

  • Pläne

  • Historische Ansichten

  • Nachlässe

5.3.8 Findmittel, Archivführer und Publikationen

Einen Überblick über die Bestände der Inkunabelsammlung und der


historischen Ansichten des Stiftsarchivs erlangt man mit Hilfe des publizierten Werks: Hg. Pius MAURER, Irene RABL, Harald SCHMID (2015): Campililiensia. Geschichte, Kunst und Kultur des Zisterzienserstiftes Lilienfeld. Die Lilienfelder Inkunabeln sind auch über den Österreichischen Inkunabelzensus aufrufbar: http://aleph.onb.ac.at/F?func=file&file_name=login&local_base=INK. Die Urkundenreihe, die Matriken sowie die mittelalterlichen Handschriften des Stiftes sind komplett digitalisiert und auf www.monasterium.net bzw. http://data.matricula-online.eu bzw. www.manuscriptorium.com online aufrufbar.

Außerdem entstand 1974 durch Gerhard Winner ein umfassendes Regestenwerk zu den Lilienfelder Urkunden: „Die Urkunden des Zisterzienserstiftes Lilienfeld 1111-1892“.

Eine Bestandsübersicht ist auf www.archivnet.at aufrufbar. Auf der Homepage des Stiftes Lilienfeld (www.stift-lilienfeld.at. Rubrik «Kunst und Kultur») finden sich eine Übersicht über alle relevanten Links.

Umfangreichere, teilweise historische, dennoch aktuelle Archiv-

/Bibliothekskataloge können vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

5.4.1 Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten gestalten sich je nach vorheriger Terminvereinbarung.

5.4.2 Zugangs- und Benutzungs- bedingungen

Die Arbeit im Benutzerraum/Büro ist nur unter Voranmeldung möglich. Beim ersten Besuch muss ein Benutzerantrag ausgefüllt werden. Darin sind persönliche Daten sowie Forschungszweck und beabsichtigte Auswertung anzugeben. Außerdem muss die ausgehändigte Benutzerordnung zur Kenntnis genommen werden. Dazu ist die Vorlage eines Lichtbildausweises nötig. Die Vorbestellung von Archivalien ist telefonisch oder per E-Mail möglich. Bestände, die bereits digitalisiert wurden oder deren Zustand eine Benützung nicht zulässt, werden nur in Ausnahmefällen (z.B. Siegelforschung) im Original vorgelegt. Eine Einschränkung zur Einsichtnahme ist durch eine Schutzfrist (Archivaliensperre) gegeben. Dieser unterliegen unveröffentlichte Archivalien, die am 1. Jänner des laufenden Jahres noch nicht 50 Jahre alt sind, deren Benützung gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen (z.B. Datenschutzgesetz, Personenstandsgesetz) oder die gesonderten Regelungen unterliegen. Diese Schutzfristen können gemäß § 13 der Richtlinien der Ordensarchive unter anderem zum Zweck der wissenschaftlichen Forschung verkürzt werden. Dafür ist ein Antrag an das Archiv zu stellen, den der Abt von Lilienfeld genehmigen muss.

Informationen zur Archivbenutzung oder zum Download des Antrags und der Ordnung: http://kulturgueter.kath-orden.at/termine- service/archiv-und-benuetzungsordnung

5.4.3 Erreichbarkeit

Das Archiv, das sich direkt im Stiftsgebäude von Lilienfeld befindet, kann mittels Bahn oder Bus (Bahnhof Lilienfeld) und einem anschließenden 10 minütigen Fußweg oder mittels Auto über die B20 erreicht werden.

5.5.1 Dienstleistungen für die Forschung

Aufgrund von Platzmangel ist der Benutzerraum gleichzeitig das Büro und der Arbeitsraum der Stiftsarchivarin, der nur in Absprache und Anwesenheit dieser genutzt werden kann. Dabei steht die Stiftsarchivarin auch für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung.

Laptop sollte man am besten selbst mitbringen, WLAN und Kopierer sind vorhanden. Das Archiv beantwortet schriftliche Anfragen zum Inhalt von Archivgut/Bibliothek/Sammlungen/Gemäldegallerie sowie zur Geschichte des Stiftes. Archivkataloge, Publikationen die


Stiftsgeschichte oder das Archivgut betreffend können im Benutzerraum verwendet werden. Eine Ausleihe ist nicht möglich.

5.5.2 Reproduktions-

möglichkeiten

Archivgut kann reproduziert werden, sofern keine konservatorischen Einwände dagegen sprechen. In Absprache mit der Stiftsarchivarin dürfen Archivalien kostenlos mit der eigenen Kamera fotografiert werden. Die Veröffentlichung der Digitalisate bedarf allerdings der vorherigen Genehmigung, die mittels Reproduktionsansuchens eingeholt werden kann.

5.5.3 Öffentliche Bereiche

Öffentliche Ausstellungen/Lesungen/Vorträge/Präsentationen finden im Cellarium, Dormitorium, Pfarrsaal oder auch im Prälatensaal des Stiftes statt. Publikationen im eigenen Verlag des Stiftes bzw. zur Stiftsgeschichte/zum Archivgut können in der Stiftspforte erworben werden.

5.6.1 Identifikator der

Verzeichnungseinheit

StiALi - ISDIAH

5.6.2 Identifikator der Institution

StiALi

5.6.3 Angewandte Regeln und/oder Konventionen

ISDIAH

5.6.4 Status

Entwurf

5.6.5 Erfassungsstufe

Vollständig

5.6.6 Daten der Erstellung, Überarbeitung oder Löschung

Erstellung am 18.10.2017

5.6.7 Sprach(en) und Schrift(en

Deutsch, Latein

5.6.8 Quelle(n)

www.stift-lilienfeld.at

Hg. Pius MAURER, Irene RABL, Harald SCHMID (2015): Campililiensia. Geschichte, Kunst und Kultur des Zisterzienserstiftes Lilienfeld.

http://kulturgueter.kath-orden.at/termine-service/arge-ordensarchive http://monasterium.net/mom/AT-StiALi/LilienfeldOCist/fond http://www.ordensarchive.at/termine-service/richtlinien-zur-sicherung- und-nutzung-der-ordensarchive

5.6.9 Angaben zu

Aktualisierungen

Erstellt und überarbeitet von Katharina Gölß, 24.11.2017